Candis ist ein gutes Produkt — und ehrlicherweise das einzige im Markt, das Zenray bei Multi-Company und mehrstufiger Freigabe wirklich nahekommt. Zwei Dinge definieren es trotzdem: ein Enterprise-Preis (ab ~369–389 €/Mon) und ein reiner Fokus auf den Rechnungseingang. Wer auch Ausgangsrechnungen schreibt, merkt schnell: Candis ist nur die halbe Plattform. Hier die ehrliche Einordnung, mit echten Zahlen — und ohne den billigen „günstiger als Candis"-Reflex.
Was Candis richtig gut macht
Anerkennen, was funktioniert: Candis bietet in allen Paketen unbegrenzte Gesellschaften und unbegrenzte Nutzer, eine ausgereifte mehrstufige Freigabe und ein kostenloses Onboarding. Damit beweist Candis, dass Multi-Company plus Freigabe ein ernsthaftes, bezahltes Problem ist — und bepreist es als Enterprise-Lösung. Genau das ist der Punkt: Candis ruft für diese Kombination das Zehn- bis Vierzigfache der KMU-Tools auf.
Die erste Lücke: kein Rechnungsausgang
Candis ist ein reines Eingangs-Tool. Es verarbeitet, prüft und gibt Eingangsrechnungen frei — aber es schreibt keine Ausgangsrechnungen und erstellt keine E-Rechnungen. Für die Ausgangsseite braucht die Gruppe also zusätzlich ein Rechnungstool: Der Stapel, den man eigentlich verkleinern wollte, wächst wieder.
Das ist kein Detail. Seit 2025 muss jedes Unternehmen E-Rechnungen nach EN 16931 empfangen können, ab 2027/2028 kommt die Versandpflicht. Eine Lösung, die XRechnung und ZUGFeRD nicht selbst erstellt, lässt genau die Pflicht offen, die als Nächstes auf alle zukommt. Was das konkret bedeutet, steht auf E-Rechnungs-Pflicht 2027/2028.
Die zweite Lücke: der Enterprise-Preis
Candis nennt keine öffentlichen Listenpreise; Drittquellen verorten den Einstieg bei ab ~369–389 €/Mon — also ab ~4.428 €–4.668 €/Jahr, abgerechnet nach Rechnungsanzahl, mit deutlich teureren Paketen darüber (Plus, Max). Für ein Konzern-Rechenzentrum mit hohem Belegvolumen mag das passen. Für eine Gruppe aus vier GmbHs im Mittelstand ist es ein Vielfaches dessen, was die Aufgabe wert ist.
Wichtig für einen ehrlichen Vergleich: Candis bietet Dinge, die Zenray nicht hat — Bestellwesen, Auslagen- und Reisekostenabrechnung, eine SAP-Anbindung. Wer das braucht, ist bei Candis richtig. Der Punkt hier ist ein anderer: Candis löst die Kombination aus Multi-Company und Freigabe als teures Enterprise-Problem — und lässt dabei den Rechnungsausgang komplett aus.
Was eine echte Alternative können muss
Wer Candis ersetzen will, ohne an Funktion zu verlieren, braucht fünf Bausteine in einem System:
- KI-Belegerkennung im Eingang (idealerweise DSGVO-konform mit EU-Anbietern);
- mehrstufige, regelbasierte Freigabe mit Eskalation und Vier-Augen-Prinzip;
- echtes Multi-Company — ein Login, ein Team, firmenübergreifende Ansichten;
- Rechnungsausgang inklusive E-Rechnung (XRechnung/ZUGFeRD) — der Baustein, den Candis gar nicht hat;
- ein manipulationssicheres GoBD-Archiv.
Genau diese fünf Bausteine vereint Zenray in einem System und einem Login — den Rechnungsausgang inklusive E-Rechnung haben weder Candis noch die meisten Freigabe-Tools. Es geht also nicht um „billiger als Candis", sondern um die Kombination: Eingang, Freigabe, Ausgang, Multi-Company und GoBD-Archiv, statt zwei oder drei aneinandergeklemmter Tools.
Der ehrliche Anker: was die Gruppe heute schon zusammenbastelt
Der richtige Vergleich ist nicht Candis, sondern die Bastellösung, die eine Gruppe aus vier Firmen heute typischerweise im Einsatz hat: ein Rechnungstool je Firma plus Zusatznutzer plus ein separates Freigabe-Tool — mehrere Logins, mehrere Rechnungen, doppelte Stammdaten. Diese Kombination kostet rund 2.685 €/Jahr (der Kostenvergleich rechnet das im Detail durch).
Zenray Cockpit bündelt genau diesen Flickenteppich in einem System: drei Firmen inklusive, jede weitere mit kleinem Aufschlag, unbegrenzte Nutzer. Der Einstiegspreis steht offen da — 99 €/Monat im 1. Jahr, danach 149 €/Monat ab Jahr 2 (Listenpreis), netto bei jährlicher Zahlweise. Für vier GmbHs sind das ab Jahr 2 2.184 €/Jahr — mit unbegrenzten Nutzern und inklusive Rechnungsausgang, den die Bastellösung nur über ein weiteres Tool hinbekommt.
| Lösung (4 Firmen, Multi-Company + Freigabe) | Kosten/Jahr | Rechnungsausgang / E-Rechnung? |
|---|---|---|
| Zenray Cockpit (ab Jahr 2) | 2.184 € | ✓ inklusive (XRechnung & ZUGFeRD) |
| Bastellösung (4× Rechnungstool + Freigabe-Tool) | 2.685 € | nur über zusätzliches Rechnungstool |
| Candis Base | ab ~4.428 €–4.668 € | — nicht enthalten, zweites Tool nötig |
Candis steht in der Tabelle als Plausibilitäts-Obergrenze, nicht als Hauptgegner: Es zeigt, was der Markt für Multi-Company plus Freigabe aufruft — und dass sogar dieser Enterprise-Preis den Rechnungsausgang nicht einschließt. Den vollständigen Funktions- und Kostenvergleich gibt es auf der Vergleichsseite.
Wann Candis trotzdem die richtige Wahl ist
Fair bleiben: Candis kann Stärken ausspielen, die Zenray (noch) nicht hat.
- Sehr hohes Eingangsrechnungs-Volumen mit reinem Accounts-Payable-Fokus, wo der Rechnungsausgang ohnehin in einem ERP liegt;
- Live-Banking und native Scan-App als harte Anforderung — beides bringt Zenray heute noch nicht mit;
- ein Setup, in dem das kostenlose Enterprise-Onboarding den Preisunterschied aufwiegt.
Für alle anderen — Gruppen im Mittelstand, die Eingang, Freigabe und Ausgang in einem System wollen — ist der Aufpreis für Candis schwer zu rechtfertigen. Wie die mehrstufige Freigabe bei Zenray aussieht, zeigt die Seite Rechnungsfreigabe; den Kostenvergleich für ganze Gruppen liefert der Artikel 5 Wege, mehrere GmbHs zu verwalten.